Heißhunger verstehen: Was unser Körper uns wirklich sagen will

Heißhunger verstehen

Pommes stehen noch nicht lange auf der Speisekarte der Menschheitsgeschichte. Doch wenn wir an der Theke einen Burger mit Fritten bestellen, bestellt ein Teil unseres Hirns mit, der noch glaubt, wir müssten gleich wieder Mammuts jagen. Dieses uralte System glaubt immer noch nicht, dass Essen heute überall und immer verfügbar ist. Und es kennt nur eine Frage: Gibt’s hier schnell viel Energie? Dann her damit!

Die frittierten Kartoffelstäbchen sind deshalb zwar für unseren Organismus eine Belastungsprobe, aber für unser Gehirn der absolute Volltreffer. Stärke wird rasch zu Zucker. Fett liefert Speicherenergie. Dazu noch Salz, das evolutionär rar war. Jackpot. Überleben gesichert.

Das Problem ist nur: Heute winkt dieser Jackpot an jeder Ecke. Und die uralten Prozesse in unserem Gehirn triggern uns ständig in einer Welt, in der wenig Zeit und viel schnelles Essen verfügbar ist. So wird aus natürlichem „Hunger“ ein „ich brauche jetzt sofort etwas Süßes!“.

Heißhunger ist reine Biochemie, für die wir besonders anfällig sind, wenn der Blutzucker in den Keller geht. Denn unser Gehirn läuft fast ausschließlich auf Glukose. Sinkt sie zu stark ab, schaltet das Hirn auf Alarm. Stresshormone werden ausgeschüttet und unser Belohnungssystem verlangt nach der schnellsten Lösung: Zucker und Fett.

Heißhunger-Attacken zu bekämpfen, bedeutet deshalb nicht, zu hungern oder sich mit eiserner Disziplin gegen das eigene Verlangen zu stellen. Der erste Schritt besteht darin, die biologischen Auslöser für Heißhunger zu verstehen und dann unser System mit genau dem zu versorgen, was es wirklich braucht. Passiert das, bekommt unser Nervensystem das richtige Signal: Alles da. Wir sind sicher. Und Heißhunger gehört der Vergangenheit an. 

Die wichtigste Steuerung für Hunger ist nicht der Magen, sondern der Kopf. Genauer gesagt der Hypothalamus im Gehirn. Er ist das biologische Kontrollzentrum für unser Essverhalten. Mitten im Gehirn verbindet er Nervensystem und Hormone und sammelt dabei rund um die Uhr Daten: 

Ist der Magen leer oder gefüllt? Wie hoch ist der Blutzucker? Wie voll sind unsere Energiespeicher? Ist hier gerade Stress oder Ruhe im System? Und auf Basis dessen: Müssen wir Energie aufnehmen?

Leider denkt der Hypothalamus nicht in den Kategorien „nahrhaft“ oder „gesund“. Er denkt ausschließlich an die rasche Energiezufuhr. 

Diese Hormone steuern unser Verlangen

Drei hormonelle Botenstoffe sind dabei für den Heißhunger zentral:

Ghrelin ist das Hormon, das Hunger ankündigt. Es steigt an, wenn der Magen leer wird, und signalisiert dem Gehirn: Bitte nachlegen. 

Leptin ist das Gegensignal. Es wird im Fettgewebe gebildet und sagt dem Gehirn, wenn die Speicher gefüllt sind und wir satt sein dürfen. Wenn dieses Signal nicht mehr klar ankommt, setzt Sättigung eher verzögert ein.

Insulin schließlich reguliert, wie stabil unser Blutzucker bleibt. Nach dem Essen sorgt Insulin dafür, dass Glukose in die Zellen gelangt. Schwankt dieser Prozess stark, entstehen schnelle Hochs und Tiefs – und genau diese Tiefs sind der häufigste Auslöser für Heißhunger.

Unser Essverhalten wird im Hirn durch zwei Systeme gesteuert: das homöostatische und das hedonistische System. Beide reagieren auf unterschiedliche Bedürfnisse – und können sich dabei manchmal sogar in die Quere kommen.

Homöostatisches Essen: Wenn der Körper wirklich Energie braucht

Beim homöostatische Essverhalten geht es schlicht darum, dass unser Körper dann Nahrung aufnimmt, wenn er sie tatsächlich benötigt. 

  • Hunger signalisiert dem Körper, dass er Energie braucht.
  • Sättigung informiert uns, wann wir genug haben und stoppen können.
  • Dieser Prozess ist stark mit unseren Hormonlevels (wie Leptin und Insulin) und dem Blutzuckerspiegel verknüpft.

Hedonistisches Essen: Wenn das Belohnungssystem übernimmt

Hedonistisches Essen funktioniert anders. Hier geht es weniger um den tatsächlichen Energiebedarf, sondern vielmehr um den Genuss.

  • Emotionen, unsere Stimmung oder auch unsere soziale Umgebung beeinflussen unseren Appetit.
  • Das „Belohnungshormon“ Dopamin wird beim Essen aktiviert, weshalb wir bei Frust gerne zu Eiscreme greifen. 
  • Da es hier eher um das Wohlgefühl als um den tatsächlichen Bedarf geht, neigen wir beim hedonistischen Essen dazu, mehr zu uns zu nehmen, als wir eigentlich brauchen. 

Heißhunger verstehen

Heißhunger entsteht also häufig aus einer Kombination aus biochemischen und psychologischen Faktoren. Schwanken sowohl unser Blutzucker als auch die Stimmung, sind wir besonders anfällig für die Ess-Attacken:

  • Gerade wenn wir wenig Schlaf bekommen oder uns überfordert fühlen, sucht unser Gehirn nach einem Belohnungsboost. In diesen Momenten greifen wir besonders schnell zu süßem oder fettigem Essen, um uns emotional besser zu fühlen. Hier gewinnt das hedonistische Essen die Oberhand. 


  • Gleichzeitig verliert der Körper seine Empfindlichkeit gegenüber wichtigen Hormonen wie Insulin und Leptin. Diese Hormone helfen uns normalerweise, den Energiehaushalt zu regulieren und das Sättigungsgefühl richtig wahrzunehmen. Doch wenn diese Signale gestört sind, registriert unser Körper nicht, wann er genug Energie aufgenommen hat. Wir fühlen uns weiterhin hungrig, obwohl wir bereits gegessen haben.


Hier beginnt der Teufelskreis: Wenn die Sättigung nicht greift, meldet sich unser Gehirn immer wieder und signalisiert, dass noch etwas fehlt. So entsteht Heißhunger. Je mehr wir jedoch zu schnellen Energielieferanten greifen, desto mehr schwankt unser Blutzuckerspiegel. Nach dem schnellen Anstieg folgt der rasche Abfall, und schon nach kurzer Zeit haben wir wieder Hunger.

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Heißhunger ist also kein Zeichen von Schwäche oder schlechter Disziplin. Er ist ein Signal unseres Körpers, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Der Weg, Heißhunger zu überwinden, führt nicht durch Verzicht oder Willenskraft, sondern durch eine gezielte Versorgung mit den Nährstoffen, die unser Körper braucht, um Hormone und Stoffwechselprozesse richtig zu steuern.

  • Die Einnahme der essenziellen L-Aminosäuren vom Eiweißling® zur Mahlzeit unterstützt ein ausgewogenes Zusammenspiel von Insulin und Glukagon. Dadurch bleibt der Blutzuckerspiegel stabil, starke Schwankungen werden vermieden. Ein konstanter Blutzucker ist entscheidend, um Heißhungerattacken zu verhindern: Der Körper ist gleichmäßig mit Energie versorgt, das Gehirn erhält ausreichend Glukose und es entsteht ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Das Ergebnis: Sie fühlen sich körperlich gut versorgt, emotional ausgeglichen und länger zufrieden – ganz ohne den Drang zu unkontrolliertem Snacken.
  • Omega-3-Fettsäuren aus Krillöl oder Meeresgold spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Diese Fette sind essenziell für unsere Zellmembranen und die Signalübertragung im Gehirn. Sie helfen dabei, die Insulin- und Leptinsensitivität zu verbessern. Der Körper ist damit besser in der Lage, das Hunger- und Sättigungsgefühl richtig zu steuern. Ein stabiler Blutzuckerspiegel bedeutet weniger Heißhunger – besonders auf süße oder fettige Lebensmittel, die das Belohnungssystem unseres Gehirns eher überreizen.
  • Kurkuma mit seinem aktiven Inhaltsstoff Curcumin hilft, Entzündungen im Körper zu reduzieren. Niedrigschwellige Entzündungen, die im Fettgewebe entstehen, können die Insulin- und Leptinsignale stören, was dazu führt, dass wir uns auch nach einer Mahlzeit weiterhin hungrig fühlen. Curcumin fördert eine bessere Insulin- und Leptinsensitivität und stabilisiert den Blutzucker, sodass wir sowohl gegen die Häufigkeit als auch die Intensität von Heißhungerattacken ankämpfen können.
  • Spurenelemente wie Zink, Selen und Chrom in Voll Dabei sind ebenfalls entscheidend für die Regulation von Heißhunger. Chrom stabilisiert den Blutzuckerspiegel, was vor allem bei Süßhunger hilfreich ist. Es sorgt dafür, dass der Körper keine schnellen Zuckerschwankungen durchmacht, die uns ständig nach noch mehr Energie suchen lassen. Zink unterstützt die Neurotransmitterbildung und hilft, die Insulinwirkung zu optimieren, während Selen antioxidative Funktionen hat und die Zellen vor oxidativem Stress schützt. Diese wunderbare Kombination aus Mikronährstoffen hilft somit, den Stoffwechsel ins Gleichgewicht zu bringen und die biochemischen Auslöser für Heißhunger besser zu regulieren.
  • L-Tryptophan 500 ergänzt diesen Ansatz, indem es auf neurochemischer Ebene wirkt. Als Vorstufe von Serotonin hilft es dabei, dass wir uns emotional ausgeglichener fühlen, und es beruhigt den Körper in stressigen Zeiten. Der essenzielle Baustein für die Bildung von Neurotransmittern wie Dopamin und Serotonin. „Essenziell“ bedeutet, dass wir ihn nur über die Nahrung aufnehmen können und unser Körper ihn nicht selbst bilden kann. 


Wer nicht nur Heißhunger bekämpfen, sondern außerdem auch abnehmen möchte, kann sich mit dem Mahlzeitenersatz Figur Balance den ganzen Tag über mit den richtigen Nährstoffen versorgen. Die Kombination aus hochwertigem Eiweiß, Ballaststoffen und Mikronährstoffen stabilisiert den Blutzucker und entlastet das hormonelle System – die beste Strategie, wenn es um die Bekämpfung von Heißhunger geht.

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Die richtige Ernährung spielt bei der Bekämpfung von Heißhunger also eine tragende Rolle. Aber auch Bewegung, Schlaf und der Umgang mit Stress spielen eine wichtige Rolle.

  • Bewegung senkt den Ghrelinspiegel, das Hormon, das Hunger signalisiert, und hilft dabei, den Blutzucker stabil zu halten. Darüber fühlt sich regelmäßige körperliche Aktivität gut an und macht uns vitaler und aktiver, was dem Frustessen oft bereits den Garaus macht.
  • Wer ausreichend schläft, stabilisiert den Hormonhaushalt und kann besser auf natürliche Sättigungssignale hören. Wenn wir müde sind, wird unser Appetit oft stärker, besonders auf zuckerhaltige Lebensmittel. Ein erholsamer Schlaf ist also nicht nur erholsam, er hilft auch gegen Heißhungerattacken.
  • Stress und Heißhunger gehen Hand in Hand. Bei hohem Stress produziert der Körper mehr Cortisol, was den Heißhunger auf Zucker und Fett anheizt. Wenn wir in stressigen Phasen nicht bewusst entspannen, nimmt der Heißhunger das Zepter in die Hand. Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder auch kleine Pausen im Alltag senken das Stressniveau.


Hier erfahren Sie noch mehr rund um das Thema Heißhunger! 

Heißhunger geht oft mit Schuldgefühlen einher. Doch jede Frau, die einen Zyklus hat, weiß, dass Disziplin gegen Hormone chancenlos ist. Heißhunger lässt sich nicht durch eiserne Disziplin bekämpfen, sondern nur, indem wir die „Löcher“ auffüllen – die biochemischen und emotionalen. Das bedeutet vor allem, nicht mehr gegen uns selbst zu kämpfen, sondern zu verstehen, was unser Körper braucht, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Durch eine gezielte Nährstoffversorgung, regelmäßige Bewegung, guten Schlaf und achtsames Stressmanagement geben wir unserem Körper das, was er wirklich braucht. Erst, wenn wir unsere Bedürfnisse anerkennen und darauf reagieren, verlieren auch die ständigen Gelüste nach Belohnung ihre Macht über uns. 

Schenken Sie Ihrem Körper und sich Ihr Vertrauen.

Alles Liebe,
Ihre Nicola Sautter

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