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Was Sie schon immer über Vollkorn wissen wollten!

vollkorn

„Vollkornprodukte schmecken mir und meiner Familie nicht!“ Immer wieder höre ich dieses Vorurteil. Doch stimmt das wirklich, oder haben wir nur Angst vor etwas Neuem, mit dem wir uns nicht auskennen? Oder nehmen wir einfach nur das falsche Mehl oder die falschen Nudeln? Und was ist der Unterschied zwischen Vollkorn und Mehrkorn?

Wie viele und was für Vollkornsorten gibt es überhaupt?

Es gibt so viele Vollkornsorten wie es Getreidesorten gibt, denn jedes Getreide wächst auf dem Feld als volles Korn. Es gibt also Weizen, Dinkel, Hafer, Roggen, Gerste, Kamut, Grünkern, Hirse und Buchweizen. Wenn diesen Körnern die Schale entfernt wird, spricht man von Weißmehl oder auch raffinierten Mehr - egal von welchem Korn.

Worin liegt der Unterschied zum „Weißmehl“ = Weizenmehl?

Ein häufiger Irrtum ist es, dass Weizenmehl automatisch mit Weißmehl gleichgesetzt wird. Es gibt auch Weizenvollkornmehl, eben Mehl aus Weizenvollkorn, bei dem die Schale noch enthalten ist.

Warum ist Vollkorn besser als Weißmehl?

Um Weißmehl zu erhalten werden dem Korn die wertvolle Schale und der Keimling entfernt. Übrig bleibt nur der stärkehaltige Kern, also reine Kohlenhydrate. Gerade aber in der Schale und dem Keimling sind wertvolle Vitamine, Mineralien, Enzyme, Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe enthalten, die der Körper braucht um im Gleichgewicht zu bleiben und voll zu funktionieren.

Was hat es mit den Nummern bei Mehl auf sich?

Grundsätzlich gilt: Je mehr noch von der Schale und den wertvollen Inhaltsstoffen enthalten ist, desto höher ist die Nummer des jeweiligen Mehls.

Welche Nummer hat Vollkornmehl?

Vollkorn ist Vollkorn wenn Vollkorn auf der Packung steht. Eigentlich wäre das die Nummer 1800, die steht aber meistens nicht drauf. Vereinfacht erklärt bedeutet das: Hier sind noch 1800 gesunde Anteile drin.

Nummer 1050

Hier wurde etwas von der Schale und dem Keimling entfernt, es sind noch 1050 gesunde Anteile drin. Das ist also kein reines Vollkorn mehr, aber auch noch lange kein Weißmehl.

Nummer 630

Hier wurde schon mehr Schale und Keimling entfernt. Fast ein Weißmehl.

Nummer 405

Hier handelt es sich um Weißmehl. Alles von der Schale und dem Keimling wurde entfernt.

Welche Nummern eignen sich für welche Rezepte

Vollkorn, je nach Geschmack für: Nudeln, Spätzle, Kuchen, Pizza oder Brot.

Ich nehme immer Dinkel, denn dieses Getreide ist etwas heller als Weizen und schmeckt nicht ganz so „vollkornig“. Mit Vollkorn wird die Pizza oder das Brot schwerer und schmeckt echt gesund.

Denken Sie daran: Je kleiner die Zahl, desto weniger gesunde Inhaltsstoffe wie Mineralien, Vitamine, Enzyme, essentielle Fettsäuren und Aminosäuren sind enthalten. Sie müssen sich nicht jede einzelne Nummer merken. Sie wissen ja jetzt: Ab der Nummer 1050 ist es ein wertvolles Mehl für Ihren Körper.

Hier die Nummern noch ganz genau nach Getreideart aufgelistet.

Weizenmehl

Type 405

Weißmehl, bevorzugtes Haushaltsmehl, gute Backeigenschaften für Brot, Kuchen, Pizza

 

 

Type 550

backstark für feinporige Teige und als Vielzweckmehl verwendbar

 

 

Type 812

für helle Mischbrote, Kuchen oder Pizza

 

 

Type 1050

hier fängt es an gesund zu werden. für Mischbrote oder Backwaren im Haushalt

 

 

Type 1600

für dunkle Mischbrote, Kuchen oder Pizza

 

 

 

 

 

 

Roggenmehl

Type 815

nur seltene Verwendung, meist in Süddeutschland,
für helle Roggenbrote

 

 

Type 997

für Mischbrote, regional unterschiedlich verbreitet

 

 

Type 1150

für Mischbrote, regional unterschiedlich verbreitet

 

 

Type 1370

typisches „Bäckermehl“ für
Roggen- und Roggenmischbrote

 

 

Type 1740

Roggenvollkorn, geeignet für Brote

 

 

 

 

 

 

Dinkelmehl

Type 630

 das ist das Weißmehl des Dinkels

 

 

Type 812

 hier ist schon etwas mehr drin

 

 

Type 1050

eignet sich sehr gut für Pizza, Brot, Kuchen, Spätzle oder Nudeln. Hier kommt der Geschmack des „fast Vollkorn“ nicht raus und wird eigentlich von allen gemocht.

 

 

Backschrot unterscheidet sich von Vollkornschrot dadurch, dass es keinen Keimling mehr enthält.

Kennen Sie eigentlich den Unterschied von Vollkorn-, Mehrkorn- und Körnerbrötchen?

Fakt ist (das gilt auch für Brot): Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen Vollkornbrötchen, Mehrkornbrötchen und Körnerbrötchen.

Vollkornbrötchensind aus dem vollen Korn, enthalten also noch alle Vitamine und Mineralien, die wir brauchen. Wenn auf der Verpackung Vollkornbrot drauf steht, dann ist auch mindestens 90% Vollkorn drin.

Mehrkornbrötchen:Das sagt lediglich aus, dass hier mehrere unterschiedliche Körner vermahlen wurden, also zum Beispiel Weizen und Roggen. Mehrkornbrötchen werden aber meist aus Weißmehl gemacht, das heißt dem Korn wurde die wertvolle Randschicht mit den Vitaminen und Mineralien entfernt und übrig bleibt der weiße Kern. Meist sehen diese Brötchen sehr dunkel und gesund aus, denn sie sind mit Zuckersirup braun gefärbt. Diese Brötchen enthalten aber mehr Zucker als ganz weiße. Zum Ausgleich werden sie mit ganz tollen Namen wie Dreikorn, Bergsteiger- oder Weltmeisterbrötchen verkauft. Da wird der Käufer getäuscht und absichtlich in die Irre geführt.

Körnerbrötchen:Das hört sich ja super gesund an. Weit gefehlt: Das sind Weißmehlbrötchen gefärbt mit Sirup und oben drauf kommen dann Körner drauf.

Fazit: Nur wo Vollkorn drauf steht ist auch Vollkorn drin! Bei Mehl ist es durch die Nummer einfach zu identifizieren. Beim Bäcker wird’s schon schwieriger, denn durch die Färbung sehen viele Brote und Brötchen richtig gesund und nach Vollkorn aus, die es gar nicht sind. Hier zählt alleine, ob Ihr Bäckereifachverkäufer sich auskennt und/oder Lust hat Ihnen die Wahrheit zu sagen.

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