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Omega-3-Fettsäuren? Teil 2

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Was hat es mit den Omega-3-Fettsäuren auf sich? Teil II


Omega-3-Fettsäuren sollen positive Wirkungen haben bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bei Rheumatismus. Doch was hat es mit den Omega-3-Fettsäuren auf sich? Kann ein Bestandteil von Fetten tatsächlich diese positiven Wirkungen haben? Im ersten Teil dieses Artikels wurde beleuchtet, welche Rolle die Omega-3-Fettsäuren in der Gruppe der Fette spielen, welcher Unterschied zu den Omega-6-Fettsäuren besteht, und welche Bedeutung sie für unseren Körper haben.

 
Hier noch einmal die wichtigsten Punkte in Kürze:

  • Die Omega-3-Fettsäuren gehören wie die Omega-6-Fettsäuren zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
  • Diese beiden Fettsäuren haben sehr unterschiedliche Eigenschaften und Wirkungen auf unseren Körper. Insbesondere die Omega-3-Fettsäuren haben viele positive Wirkungen, die wir uns in der Prävention, aber auch der Behandlung von verschiedenen Erkrankungen zu Nutze machen können.
  • Die Hauptquelle der Omega-3-Fettsäuren sind Kaltwasserfische wie Lachs, Makrele, Hering und Thunfisch. Die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren ist in unseren Breitengeraden jedoch häufig zu gering. Schon zwei Fischmahlzeiten pro Woche können einen guten Beitrag für eine ausreichende Versorgung leisten.

Im zweiten Teil wollen wir nun der Frage auf den Grund gehen, ob Omega-3-Fettsäuren tatsächlich positive Wirkungen bei Erkrankungen wie Koronare Herzkrankheit (KHK), Rheumatismus und Neurodermitis haben.


Der Eskimo-Diät auf der Spur
Die ursprüngliche traditionelle Kost der Grönlandeskimos bestand überwiegend aus rohem, fettem Fisch, Wal- und Robbenfleisch. Vor fast 150 Jahren berichtete der deutsche Arzt Dr. Prosch erstmalig über die besonderen Ernährungsgewohnheiten der Grönlandeskimos und deren robuste Gesundheit. Mehr als 100 Jahre später zeigten Untersuchungen, dass Populationen wie die Grönlandeskimos, in denen große Mengen an Fisch Bestandteil der ursprünglichen Verzehrsgewohnheiten sind, seltener an Herzkrankheiten, Asthma, Psoriasis (Schuppenflechte) und bestimmten Krebsarten erkrankten. In den Siebzigerjahren untersuchte man die Ursache für die Seltenheit dieser Erkrankungen und kam den langkettigen und hochungesättigten Omega-3-Fettsäuren, die überwiegend in fetten Fischsorten vorkommen, auf die Spur.


Eicosanoide - in kleiner Menge hoch aktiv
In langjähriger Forschungsarbeit fand man heraus, dass die mehrfach ungesättigten Fettsäuren an komplexen Stoffwechselprozessen beteiligt sind. Aus den mehrfach ungesättigten Fettsäuren werden im menschlichen Körper Gewebshormone, die sog. Eicosanoide, gebildet. Diese Gewebshormone sind in minimalen Konzentrationen biologisch hoch aktiv und spielen eine wichtige Rolle bei der Regulation vieler Stoffwechselprozesse, so z. B. bei der Vermehrung von Zellen, Entzündungsreaktionen und der Blutgerinnung. Interessanterweise sind die Effekte der Gewebshormone (Eicosanoide), die aus den Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren gebildet werden, sehr unterschiedlich. Im Organismus wirken sie sogar häufig als Gegenspieler. Wie schon im ersten Teil dieses Artikels ausführlich erläutert, haben die Abkömmlinge der Omega-3-Fettsäuren unterschiedliche Funktionen, die für die Wirkung bei bestimmten Krankheitsbildern (v.a. bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und entzündlichen Erkrankungen) von Bedeutung sind. So wirken sie beispielsweise entzündungshemmend, gefäßerweiternd und senken die Blutgerinnung.


Herz und Kreislauf
Omega-3-Fettsäuren haben zahlreiche Effekte, die sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken:

  • Sie wirken gefäßerweiternd, 
  • sie verbessern die Fließeigenschaften des Blutes,
  • sie halten die Arterien elastisch,
  • sie senken die Triglyzeride im Blut und
  • sie wirken gerinnungshemmend


Sie beugen so arteriosklerotischen Veränderungen der Gefäße vor. Bei Personen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, kann eine fischreiche Ernährung und der Verzehr von Fischölen die Überlebenschancen deutlich verbessern und das Risiko eines zweiten Infarkts vermindern. Dies konnte in der bisher umfangreichsten Herzinfarktpräventionsstudie (GISSI-Präventionsstudie) an über 11.000 Patienten belegt werden.


Entzündliche Erkrankungen
Die entzündungshemmende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren kann bei entzündlichen Erkrankungen unterstützen. So z. B. bei:

  • Rheuma
  • Neurodermitis
  • Schuppenflechten (Psoriasis)
  • Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcersosa).


Am besten untersucht ist die entzündungshemmende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren auf die entzündlichen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Es ist bewiesen, dass eine entsprechende Ernährungsumstellung die Beschwerden mindern und die Medikamenteneinnahme reduzieren kann. Wichtig ist dabei nicht nur eine Erhöhung der Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren. Gleichzeitig sollte die Aufnahme der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure, die vorwiegend in tierischen Produkten wie Fleisch und Wurst vorkommt, reduziert werden. So wird zusätzlich die Produktion entzündungsfördernder Botenstoffe (Eicosanoide) vermindert.


Gehirnentwicklung und Nerven
Omega-3-Fettsäuren fördern die Hirnleistung, da sie die allgemeine Durchblutung steigern und so die Sauerstoffversorgung des Gehirns verbessern. Den Omega-3-Fettsäuren wird deshalb eine wichtige Funktion im Zentralnervensystem zugesprochen. Eine ausreichende Versorgung schon während der Schwangerschaft kann neben dem Sehvermögen und den Abwehrkräften auch die Gehirnentwicklung und die Intelligenz des Kindes fördern.


Aktuelle Forschungsgebiete
Laufende Forschungsprojekte beschäftigten sich mit der Bedeutung der Omega-3-Fettsäuren für das Immunsystem und geben Hinweise auf einen positiven Einfluss bei Asthma, Nierenkrankheiten. Möglicherweise kann Fischöl auch vor Depressionen schützen und die Schädigung der Nerven bei Alzheimer bremsen.


Makrele oder Fischölkapsel?
Die positiven Effekte der Omega-3-Fettsäuren auf bestimmte Erkrankungen sind mittlerweile hinlänglich nachgewiesen. Eine ausreichende Versorgung ist deshalb unbedingt anzustreben. Schon zwei Fischmahlzeiten pro Woche können dazu einen guten Beitrag leisten. Der Zubereitung sind dabei keine Grenzen gesetzt. Sowohl beim Mittag- als auch beim Abendessen kann Fisch auf dem Speiseplan stehen.


Hier einige Beispiele:

Mittagessen:

- gedünstet (im Gemüsebett, mit Tomaten-, Dill- oder Senfsauce)
- gebraten oder gegrillt (mit Zitrone, als Spieß, in Alufolie mit Kräuterbutter und Zwiebeln)
- als Auflauf (mit Kartoffeln, Nudeln oder Gemüse)


Abendessen:

als Salat (z. B. Heringssalat)
geräuchert/eingelegt (z. B. geräucherte Makrele, süß-sauer eingelegter Hering)
als Filets (mit Gemüse, in Aspik, Öl oder verschiedenen Saucen)

Bei der Unterstützung der Behandlung bestimmter Erkrankungen kann zur Erzielung der gewünschten Wirkung eine wesentlich höhere Dosierung erforderlich sein als durch eine normale Kost zu erreichen ist. Der Einsatz von Präparaten mit hoher Konzentration an Omega-3-Fettsäuren kann in diesen Fällen durchaus sinnvoll sein. Es stehen dafür Produkte in Form von Fischölkapseln, Formuladiäten und Infusionslösungen zur Verfügung. Die eingesetzten Präparate sollten zusätzlich mit Vitamin E angereichert sein. Die Einnahme und Dosierung sollte vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Quellen: Deutsche Gesellschaft für Ernährung et al. (Hrsg.): D-A-CH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr 2000 Deutsche Gesellschaft für Ernährung (Hrsg.): Ernährungsbericht 2004 Adam O (2002) Diät und Rat bei Rheuma und Osteoporose, Walter Hädecke Verlag

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